Erstes Basecamp Open Air Kino

Es beginnt mit einem Rückblick.

Irgendwann waren sie einfach da, der Kontakt, der Film. Und dann auch schnell die Idee erneut auf Tour zu gehen; auch, weil der Flash des letzten Jahres uns noch so wunderbar in den Gliedern steckt. Alte Bekannte und Freundinnen waren schnell erreicht, Termine fanden ihren Platz, wie Plakate und Aufkleber ihre Form. Alles verrückt. Doch es ist wahr. Und auf einmal waren wir fertig aka die Tour steht und kann beginnen.

Vergessen hatten wir nur eins: Den Film.

Unsere Vorbereitungen rangierten zwischen Lohnarbeit und Kindererziehung, ein perfektes Chaos, um an einer solchen Missionen zu basteln. Es lief ausgesprochen gut. Vergessen hatten wir nur eins, uns den Film anzuschauen. Warum? Warum nicht?! Unser Bauchgefühl gab uns von Anfang an beste Signale. Doch dann, kurz vor dem Verfassen dieses Textes war klar: Ohne ein Vorab-Screening sollten wir dann doch nicht losfahren. Bauchgefühl hin oder her, plötzlich kamen sie doch, die Gedanken, dass das alles auch ganz schöner Blödsinn sein könnte, der Film völlig daneben und die Tour für den Arsch!
Es nützte alles nichts. Der Streifen musste vors heimische Sofa, wo er dann auch ohne große Vorbereitung einfach angeschmissen wurde:

Schwarzer Bildschirm. Orange Warnweste. Und Norbert Schmidt von der BVG Leitstelle West beginnt in einem dunklen Berliner U-Bahn Schacht zu sprechen.

… und nach 10 Minuten war klar, DAS ist unser Film. Und ja, er hat den Aufwand und vor allem sein Publikum verdient.

Und genau deswegen sagen wir nichts.

BLAUES LICHT ist ein bemerkenswerter, ein einzigartiger Film. Eingebrockt haben ihn uns die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Könnte man sagen. Müsste man sagen. Und eigentlich noch viel mehr.

BLAUES LICHT nimmt alle mit, die wollen. In den Untergrund, mit Warnweste und Sektglas, bestuhlt und perfekt arrangiert, mit Tiefe und Tragik; und natürlich auch mit Farbe auf Zügen. Ein Meisterwerk, was sich – gewollt oder ungewollt – in das cineastische Gedächtnis unserer Subkultur einbrennen wird.

BLAUES LICHT, wir haben ihn genossen. Und ja, auch wenn es wie die größte Floskel der Welt klingt, wir haben selten eine solch bemerkenswerte und ehrliche Dokumentation gesehen. Es ging hin und her, was stimmt, was stimmt nicht, wer ist wer und wer ist echt, und warum passiert das alles genau so? Wir wussten und wissen es nicht; und auch darum drückte uns der Film so wunderbar ins Sofa.

BLAUES LICHT, wir möchten nicht über die Verantwortung der BVG, Erzählstränge, Handlungsebenen und Hintergründe sprechen, denn ein solcher Film muss sein Geheimnis bewahren dürfen, bis er es bereitwillig vor seinem Publikum preisgibt. Die Leinwand ist dafür ein perfekter Ort. Und unsere Weigerung diesem Film eine klassische Rezension in die Ankündigung zu schreiben, ist dahingehend nur naheliegend aka schweigen ist grandioses Gold.

BLAUES LICHT, du hast es verdient, das man nichts zu dir erzählt. Und ihr, liebes Publikum, dass ihr nichts dazu erfahrt. Vertraut uns und gönnt euch das blaue Licht Berliner U-Bahn Schächte.

Weitere Infos zur Veranstaltung findet ihr hier.

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